Die meisten von uns kennen das: Wir setzen uns Ziele und entdecken erst unterwegs, was es heißt, diese umzusetzen. Erst dann bemerken wir, was alles dazugehört, die betreffenden Ziele zu verwirklichen. Auf solche Weise scheitern wir unter Umständen an der Umsetzung unserer Vorhaben oder bringen nur ein Drittel dessen zustande, was wir eigentlich wollten. Woran liegt das?
Ziele sind das eine. Dass sie jedoch einen Haufen Konsequenzen im Schlepptau haben, das entgeht uns, solange wir nur die Ziele ins Auge fassen.
Um ein realistisches Verhältnis zu unseren Zielen zu gewinnen, ist es unabdingbar, die Frage nach den Konsequenzen zu stellen, die diese mit sich bringen. Welche Konsequenzen hat es, wenn ich dieses oder jenes Ziel erreichen will? Welcher Art sind die Konsequenzen?
Bestimmte Konsequenzen stellen sich für mein eigenes Handeln: dies und jenes werde ich tun müssen, um zum Ziel zu gelangen.
Will ich mich den absehbaren Konsequenzen stellen? Bin ich bereit, diese auf mich zu nehmen? Und: Kann ich überhaupt realisieren, was sich an Konsequenzen für mein Tun aus den Zielen ergibt? Kann ich die erforderlichen Konsequenzen ziehen? Bin ich fähig und in der Lage, mich den Konsequenzen zu stellen, die meine Ziele mit sich bringen?
Zwei Perspektiven, die ins Auge zu fassen sind: Will ich das, was sich aus meinen Zielen für mein Handeln ergibt? Und: Kann ich das leisten, was sich als erforderlich erweist, wenn ich dieses oder jenes Ziel umsetzen will?
Die Frage nach den Konsequenzen gefasster Ziele stellt sich jedoch noch auf eine andere Weise: Wir gehen, wenn wir uns ein Ziel gesetzt haben, in aller Regel zu Taten über, die wir für sinnvoll und notwendig halten, um das Ziel zu erreichen.
Nach einiger Zeit erweist sich, ob wir auf dem eingeschlagenen Weg unseren Zielen näher kommen oder nicht. Ist das nicht der Fall, so unternehmen wir möglicherweise einen zweiten und dritten Versuch, indem wir unser Vorgehen ändern. Haben wir auch dann keinen Erfolg, so geben wir auf. Wir resignieren.
Selten stellen wir die Frage, ob die Konsequenzen, die wir aus den Zielen für unser Vorgehen gezogen haben, die richtigen waren. Haben wir wirklich das getan, was uns innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit dem Ziel hätte näher bringen können? Oder haben wir möglicherweise nicht die angemessenen Konsequenzen aus unseren Zielen gezogen? Fällt es uns schwer zu erkennen, dass die gezogenen Konsequenzen nicht geeignet waren, das Ziel zu erreichen?

Um ein Ziel zu verwirklichen, erweist es sich als hilfreich, Zeit und Sorgfalt darauf zu verwenden sich klar zu machen, welche Konsequenzen erforderlich sind, das gesteckte Ziel zu erreichen. Dies gilt besonders für Ziele, die uns neu sind und für die wir Mittel und Wege zu erfolgreicher Umsetzung noch nicht kennen.
Damit beugen wir möglichen Enttäuschungen vor und erhöhen die Chance, dorthin zu gelangen, wohin wir mit unseren Vorhaben gelangen wollen.

Nothart Rohlfs

Konsequenzen ziehen – Selbsthilfe bei Problemen der Selbstorganisation III